Filmabend - Make Chocolate Fair 11. September 18 Uhr Evangelisches Gemeindehaus Zehlendorf

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Filmabend - Make Chocolate Fair 11. September 18 Uhr Evangelisches Gemeindehaus Zehlendorf

Make Chocolate Fair – Filmabend in der Fairen Woche
Kakao ist die wichtigste Zutat für eine der beliebtesten Süßigkeiten: Schokolade.

WAS IST DAS PROBLEM?

70 % des weltweit angebauten Kakaos stammen aus den westafrikanischen Ländern Côte d’Ivoire, Ghana, Nigeria und Kamerun. Dort wird Kakao von Bauern angebaut, von denen 90 Prozent nur sehr kleine Flächen von 2–5 Hektar bewirtschaften. Andere wichtige Anbauländer sind Indonesien, Brasilien und Ecuador. Insgesamt ist Kakao für 5,5 Millionen Farmer:innen in Ländern des Globalen Südens die Haupteinnahmequelle. Kakao wird hauptsächlich an den Rohstoffbörsen in London und New York gehandelt. Der Kakaopreis unterliegt immer wieder starken und abrupten Schwankungen. Die Gründe dafür können Ernteeinbußen, politische Unruhen, Preisspekulationen an Rohstoffbörsen oder ein Überangebot an Kakao sein. Die Preise für Kakaobohnen haben sich im Jahr 2024 fast vervierfacht. Grund dafür sind Ernteeinbußen durch Extremwetterereignisse in Ghana und Côte d‘Ivoire. Die überalterten Kakaobäume konnten dem Starkregen oder den Trockenperioden nicht standhalten. Doch nicht alle Kakaofarmer:innen profitieren von den stark erhöhten Preisen. Denn wer weniger erntet, kann weniger Kakao verkaufen. Zudem kommen bei vielen Bäuerinnen die hohen Preise aufgrund von Zwischenhändlern oder staatlichen Vermarktungssystemen nicht an. Keines der großen Schokoladenunternehmen hat bisher zugesichert, den Kakaofarmer:innen langfristig existenzsichernde Preise zu garantieren. Den Schwankungen am Weltmarkt sind die Farmer*innen daher schutzlos ausgeliefert. Eine sechsköpfige Familie, die in Ghana Kakao anbaut, verdiente 2020 pro Tag ungefähr 3,50 Dollar.

Dieser Betrag ist nicht existenzsichernd. Das bedeutet, dass die Familie nicht über ausreichend Geld für Nahrung, Wohnen oder Bildung verfügt und gleichzeitig in Löhne für Erntehelfer*innen oder junge Kakaopflanzen investieren kann.

AUSBEUTERISCHE ARBEITSBEDINGUNGEN:

Das niedrige Einkommen führt zu gravierenden Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen auf den Kakaoplantagen. Denn Kakaofarmer*innen verrichten schwere körperliche Arbeit, ihnen fehlt Schutzkleidung, und sie arbeiten mit gefährlichen Pestiziden. Armut ist auch die Hauptursache von Kinderarbeit. Kakaobäuerinnen und -bauern können es sich zumeist nicht leisten, Erntehelfer*innen einzustellen. In Côte d’Ivoire und Ghana arbeiten etwa 1,5 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen. Sie öffnen mit gefährlichen Werkzeugen Kakaobohnen, kommen mit giftigen Pestiziden in Berührung oder müssen schwere Kakaosäcke tragen. Die Kinderarbeit hat in den letzten zwanzig Jahren immer weiter zugenommen – obwohl Schokoladenunternehmen wie Mars und Nestlé bereits 2001 versprochen hatten, die „schlimmsten Formen der Kinderarbeit in Ghana und Côte d’Ivoire zu eliminieren“. In extremen Fällen kommt es in den beiden Ländern zu Kindersklaverei. Davon sind schätzungsweise 10.000 Kinder betroffen.

DRAMATISCHE FOLGEN FÜR DIE UMWELT

Die unfaire Bezahlung der Bauern und Bäuerinnen hat ökologische Folgen: Es fehlen die Mittel, um den Baumbestand zu verjüngen und gegen den Klimawandel zu wappnen. Um den Ertrag zu steigern, werden die Anbauflächen ausgeweitet. Dafür wird Wald gerodet. Côte d’Ivoire hat in den letzten Jahrzehnten rund 90 % des Regenwaldes verloren. Die Schokoladenunternehmen haben jahrelang weggeschaut und Kakao aus entwaldeten Gebieten toleriert. Hinzu kommt, dass es in vielen Kakaoanbauregionen zu einer starken und unsachgemäßen Verwendung von Pestiziden und chemischen Düngemitteln kommt. Dadurch werden die Böden ausgelaugt und Trinkwasser wird verunreinigt. der Kinder im Kakaoanbau müssen mit schwerem Gerät arbeiten. des Kakaoanbaus in Côte d‘Ivoire findet in geschützten Wäldern statt. Das Vermögen der Familien Ferrero und Mars ist grösser als das Brutto-Inlands-Produkt von Ghana und Côte d’Ivoire zusammen. der Kakaofarmer*innen setzen giftige Pestizide ein. des Regenwaldes hat Côte d’Ivoire in den letzten Jahrzehnten verloren. Klagen wegen Beihilfe zur Kindersklaverei konnten gegen Schokoladenunternehmen gewonnen werden.

ÜBERMÄCHTIGE UNTERNEHMEN:

Den 5,5 Millionen Kakaofarmer:innen stehen vier Großkonzerne gegenüber, die Kakao vermahlen oder den Kakaohandel dominieren. Das sind Barry Callebaut, Cargill, Olam und ECOM. Hinzu kommen sieben Schokoladenunternehmen, die den Großteil des Weltmarktes beherrschen: Mars, Ferrero, Mondelēz, Meiji, Hershey, Nestlé und Lindt. Der globale Nettoumsatz der Schokoladenindustrie liegt geschätzt bei über 110 Milliarden US-Dollar – im Jahr. Der Löwenanteil der globalen Wertschöpfung geht damit an Konzerne in Ländern des Globalen Nordens. 8 Cent erhalten Kakaobauernfamilien vom Preis einer durchschnittlichen Tafel Schokolade. WIR FORDERN FAIRE PREISE

Schokoladenunternehmen müssen den Kakaobäuerinnen und -bauern faire Kakaopreise garantieren. Diese Preise müssen so hoch sein, dass sie den Kakao-bauernfamilien mindestens ein existenzsicherndes Einkommen entsprechend den Lebenshaltungskosten ihres Landes ermöglichen. Nur wenn Kakaoproduzent*innen über ein existenzsicherndes Einkommen verfügen, können sie auch existenzsichernde Löhne an ihre Arbeiter: innen und Erntehelfer:innen zahlen und so auf Kinderarbeit in der Kakaoproduktion verzichten. Existenzsichernde Einkommen sind ein Menschenrecht. Einsatz hochgefährlicher Pestizide stoppen Schokoladenunternehmen müssen den Einsatz von Pestiziden, die in der EU aufgrund ihrer gefährlichen Wirkung für Umwelt und Gesundheit verboten sind, in ihren Lieferketten bis 2025 beenden. Arbeits- und Gesundheitsschutz ist ein Menschenrecht und muss Teil der Sorgfaltspflicht von Schokoladenunternehmen sein. Entwaldung ausschließen Schokoladenunternehmen müssen ihren umweltbezogenen Sorgfaltspflichten nachkommen. Dazu gehört, die Entwaldung durch den Kakaoanbau zu beenden und zum Klimaschutz beizutragen. Um dies zu erreichen, müssen die Schokoladenunternehmen ihre Lieferkette bis zur Plantage vollständig und transparent rückverfolgbar machen. Außerdem müssen sie Investitionsprogramme aufstellen, die die Kakaobäuerinnen und -bauern beim Umstieg von konventionellen auf ökologischen Kakaoanbau unterstützen, sowie den Aufbau von Agroforstsystemen fördern.

Mehr dazu erfahren Sie beim Filmabend am Freitag 11. September um 18 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Zehlendorf (Teltower Damm 6). Eintritt frei. Faire Schokolade ist vor Ort erhältlich!

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